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Alex W. wird beschuldigt, die Ägypterin Marwa al-Schirbini in einem Dresdner Gerichtssaal mit einem Küchenmesser brutal getötet zu haben, aus blankem Hass auf Muslime. Zum Prozessauftakt verweigerte er jegliche Kooperation - sein Verteidiger schockierte mit fragwürdigen Einlassungen.
Dresden - Vier Bewaffnete in grünen Overalls mit der Aufschrift "Justiz" am Rücken bringen den Angeklagten in den Saal. Er ist an Händen und Füßen gefesselt, trägt eine dunkelblaue Kapuze weit ins Gesicht gezogen, das er bis auf einen schmalen Sehschlitz verhüllt. Seine Augen verbirgt er hinter einer Sonnenbrille. Dem Publikum im Saal wendet er demonstrativ den Rücken zu. Er will offenbar um keinen Preis erkannt werden. Die wenigen Bewegungen, die ihm die Fesselung erlaubt, drücken Widerstand und Provokation aus.
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Momentan beschäftigt mich die Geschichte der am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal ermordeten Marwa al-Schirbini sehr und ich habe Angst davor, dass sich daraus ein ernsthafter internationaler Konflikt entwickeln kann...
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...weil sie ... an einem bestimmten Tag im August 2008 zur falschen Zeit am falschen Ort war...
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Zitat von »Tom«
Momentan beschäftigt mich die Geschichte der am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal ermordeten Marwa al-Schirbini sehr und ich habe Angst davor, dass sich daraus ein ernsthafter internationaler Konflikt entwickeln kann...
Ständig werden überall auf der Welt Menschen, die nicht in diesen Ländern geboren wurden, von Idioten umgebracht !!!
Warum soll also gerade dieser Fall zu einem ernsthaften internationalen Konflikt führen ?
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Prozess soll keine Wellen schlagen
Diesmal darf nichts außer Kontrolle geraten, Bundesregierung, Sicherheitsbehörden und das Landgericht wollen um jeden Preis verhindern, dass der Prozess international Wellen schlägt, dass es bei Muslimen weltweit zu wütenden Protesten kommt wie nach den dänischen Mohammed-Karikaturen (...)
Ausschreitungen drohen
Der Bundesregierung gilt die Dresdner Tat deshalb schon seit mehreren Wochen als ausgemachter Krisenfall, nach einer Analyse des Auswärtigen Amts könnten Ausschreitungen vor deutschen Botschaften drohen. Eine Taskforce müht sich nun, den Aufschrei in der arabischen Presse so gut es eben geht zu verhindern.
Rund 20 ägyptische Journalisten sind dabei
"Aktionen zur Versachlichung der Berichterstattung" nennen die Berliner Diplomaten ihre ungewöhnliche Betreuung der arabischen Medien. Rund 20 Journalisten allein aus Ägypten haben sich um eine Akkreditierung bemüht; alle sollen in den Gerichtssaal dürfen, um jeden Eindruck von Zensur zu vermeiden.
Araber bekommen deutsches Recht erklärt
Die Reporter bekommen ein Rundum-Presseprogramm, wie es das sonst selten gibt. Schon vor der Abreise lieferte das Amt über die Botschaft in Kairo ein Dossier zum deutschen Strafrecht, darin wird in arabischen Beiträgen haarklein der Ablauf des Prozesses erklärt. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit der für arabische Reporter schwer zu verstehenden Frage, warum es in Deutschland keine Todesstrafe gibt.