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CurlySue

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03.11.2009, 01:28

Der Marwa-Prozess

Momentan beschäftigt mich die Geschichte der am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal ermordeten Marwa al-Schirbini sehr und ich habe Angst davor, dass sich daraus ein ernsthafter internationaler Konflikt entwickeln kann. Marwa al-Schirbini - eine ägyptische Pharmazeutin, Ehefrau, Mutter und werdende Mutter - musste wohl sterben, weil sie in der Öffentlichkeit ein Kopftuch trug und an einem bestimmten Tag im August 2008 zur falschen Zeit am falschen Ort war...

Berichte über den Prozess und das Verhalten des Angeklagten sind in allen Medien zu finden. Hier ist einer davon:

Zitat

Alex W. wird beschuldigt, die Ägypterin Marwa al-Schirbini in einem Dresdner Gerichtssaal mit einem Küchenmesser brutal getötet zu haben, aus blankem Hass auf Muslime. Zum Prozessauftakt verweigerte er jegliche Kooperation - sein Verteidiger schockierte mit fragwürdigen Einlassungen.

Dresden - Vier Bewaffnete in grünen Overalls mit der Aufschrift "Justiz" am Rücken bringen den Angeklagten in den Saal. Er ist an Händen und Füßen gefesselt, trägt eine dunkelblaue Kapuze weit ins Gesicht gezogen, das er bis auf einen schmalen Sehschlitz verhüllt. Seine Augen verbirgt er hinter einer Sonnenbrille. Dem Publikum im Saal wendet er demonstrativ den Rücken zu. Er will offenbar um keinen Preis erkannt werden. Die wenigen Bewegungen, die ihm die Fesselung erlaubt, drücken Widerstand und Provokation aus.

Quelle: Spiegel Online
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Tom

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06.11.2009, 11:28

RE: Der Marwa-Prozess

Momentan beschäftigt mich die Geschichte der am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal ermordeten Marwa al-Schirbini sehr und ich habe Angst davor, dass sich daraus ein ernsthafter internationaler Konflikt entwickeln kann...

Ständig werden überall auf der Welt Menschen, die nicht in diesen Ländern geboren wurden, von Idioten umgebracht !!!
Warum soll also gerade dieser Fall zu einem ernsthaften internationalen Konflikt führen ?
Der Täter wird von einem ordentlichen unabhängigen Gericht in einem ordentlichen Prozess zu einer Haftstrafe verurteilt (hoffentlich mit anschließender Sicherungsverwahrung, damit er nicht mehr auf freien Fuß kommt).
Einige Deppen werden wieder nach der Todesstrafe schreien und in einigen Ländern werden religiöse Deppen demonstrieren...
Was also ist an diesem Fall anders als an jedem anderen Fall in dem ein Nichtmuslim einen Muslim umbringt und das einen ernsthaften internationalen Konflikt auslösen könnte?
Antwort: NIX ! :!:

Zitat

...weil sie ... an einem bestimmten Tag im August 2008 zur falschen Zeit am falschen Ort war...

Das trifft auf alle Opfer eines Gewaltverbrechens zu.

Der Hass des Täters richtet sich ja nicht nur gegen Muslime sondern gegen alles "Nichtdeutsche", was auch immer er unter diesem Begriff verstehen mag. Zumal er ja auch "nur" "Russlanddeutscher" ist. Wichtig ist, dass er dauerhaft aus dem Verkehr gezogen wird.
Denn zum "Deutschsein" gehört auch Toleranz gegenüber anderen friedlichen Menschen, Religionen, Ansichten und dass man/frau solchen Deppen die Stirn bietet.
Sie hats gemacht, in dem sie ihn nach den Pöbeleien angezeigt hat und vor Gericht gegen ihn aussagen wollte. :respekt:
Dass das Ganze so schrecklich für sie und ihre Familie geendet hat bedaure ich sehr!
Das sollte uns auber nicht davon abhalten solchen Deppen zu zeigen, dass sie unerwünscht sind und nicht die friedlichen Mitbürger.
Spaß ist, was man draus macht...
Liebe Grüße, Tom
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CurlySue

Wohlfühlteam

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3

07.11.2009, 01:32

Zitat von »Tom«

Momentan beschäftigt mich die Geschichte der am 1. Juli 2009 im Gerichtssaal ermordeten Marwa al-Schirbini sehr und ich habe Angst davor, dass sich daraus ein ernsthafter internationaler Konflikt entwickeln kann...

Ständig werden überall auf der Welt Menschen, die nicht in diesen Ländern geboren wurden, von Idioten umgebracht !!!
Warum soll also gerade dieser Fall zu einem ernsthaften internationalen Konflikt führen ?

Tom, ich habe nur mein subjektives Empfinden wiedergegeben. Abgesehen davon, so weit scheinen meine Befürchtungen nicht hergeholt zu sein. Lies bitte mal folgenden Artikel und vor allem die Abschnitte:

Zitat

Prozess soll keine Wellen schlagen
Diesmal darf nichts außer Kontrolle geraten, Bundesregierung, Sicherheitsbehörden und das Landgericht wollen um jeden Preis verhindern, dass der Prozess international Wellen schlägt, dass es bei Muslimen weltweit zu wütenden Protesten kommt wie nach den dänischen Mohammed-Karikaturen (...)

Ausschreitungen drohen
Der Bundesregierung gilt die Dresdner Tat deshalb schon seit mehreren Wochen als ausgemachter Krisenfall, nach einer Analyse des Auswärtigen Amts könnten Ausschreitungen vor deutschen Botschaften drohen. Eine Taskforce müht sich nun, den Aufschrei in der arabischen Presse so gut es eben geht zu verhindern.

Rund 20 ägyptische Journalisten sind dabei
"Aktionen zur Versachlichung der Berichterstattung" nennen die Berliner Diplomaten ihre ungewöhnliche Betreuung der arabischen Medien. Rund 20 Journalisten allein aus Ägypten haben sich um eine Akkreditierung bemüht; alle sollen in den Gerichtssaal dürfen, um jeden Eindruck von Zensur zu vermeiden.

Araber bekommen deutsches Recht erklärt
Die Reporter bekommen ein Rundum-Presseprogramm, wie es das sonst selten gibt. Schon vor der Abreise lieferte das Amt über die Botschaft in Kairo ein Dossier zum deutschen Strafrecht, darin wird in arabischen Beiträgen haarklein der Ablauf des Prozesses erklärt. Ein ganzes Kapitel beschäftigt sich mit der für arabische Reporter schwer zu verstehenden Frage, warum es in Deutschland keine Todesstrafe gibt.

Quelle: T-Online

Wenn schon Karikaturen zu weltweiten Protesten führen, dann birgt der Mord an einer ägyptischen Frau und ein Polizist, der (aus Versehen?) auf deren Ehemann schießt anstatt auf den Täter ein nicht zu unterschätzendes internationales Konfliktpotential in sich.
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